Psychotherapie

Systemische Beratung und Therapie

„Beratung oder Therapie?” Die systemischen Grundideen sowie das methodische Vorgehen unterscheiden sich nicht. Es geht um das Herstellen von Veränderungen im inneren System des Einzelnen oder im System, das er mit seiner Umwelt bildet. Ob dies im Rahmen von Therapie oder Beratung geschieht, hängt lediglich von Ihrer Ausgangssituation ab. Wenn Ihre Gesundheit beeinträchtigt ist, spricht man von Psychotherapie im Sinne…

Burnout – Symptome

Liste aus Burisch, M., Das Burnout-Syndrom. Theorie der inneren Erschöpfung, 2.Aufl.1994, S. 18f.

Nach Durchsicht diverser Burnout-Studien trägt Matthias Burisch eine Liste häufig genannter Symptome zusammen. Nicht alle Symptome müssen laut Burisch vorhanden sein, vielmehr sei die Entwicklung des Symptommusters und die Reihenfolge abhängig von „moderierenden Faktoren im Individuum und/oder seiner Umwelt“. Außerdem könne „durch innere oder äußere Veränderungen … der Prozeß auch zu jedem Zeitpunkt gestoppt werden, nicht immer ohne bleibende Narben“. (S. 17) Viele der hier aufgeführten Symptome sind unspezifisch, d.h. sie kommen nicht nur beim Burnout-Syndrom, sondern auch bei anderen Erkrankungen oder im normalpsychischen Bereich vor. Man kann daher aufgrund des Vorhandenseins einer oder weniger Symptome nicht auf das Vorliegen eines Burnout schließen!

1. Warnsymptome der Anfangsphase

2. Reduziertes Engagement

3. Emotionale Reaktionen; Schuldzuweisung

4. Abbau

5. Verflachung

6. Psychosomatische Reaktionen

7. Verzweiflung


1. Warnsymptome der Anfangsphase

a) Vermehrtes Engagement für Ziele

  • Hyperaktivität
  • Freiwillige unbezahlte Mehrarbeit
  • Gefühl der Unentbehrlichkeit
  • Gefühl, nie Zeit zu haben
  • Verleugnung eigener Bedürfnisse
  • Verdrängung von Mißerfolgen und Enttäuschungen+
  • Beschränkung sozialer Kontakte auf Klienten

b) Erschöpfung

  • Chronische Müdigkeit
  • Energiemangel
  • Unausgeschlafenheit
  • Erhöhte Unfallgefahr

2. Reduziertes Engagement

a) Für Klienten und Patienten

  • Desillusionierung
  • Verlust positiver Gefühle gegenüber Klienten
  • Größere Distanz zu Klienten
  • Meidung von Kontakt mit Klienten und/oder Kollegen
  • Aufmerksamkeitsstörungen in der Interaktion mit Klienten
  • Verschiebung des Schwergewichts von Hilfe auf Beaufsichtigung
  • Schuldzuweisung für Probleme an Klienten
  • Höhere Akzeptanz von Kontrollmitteln wie Strafen oder Tranquilizern
  • Stereotypisierung von Klienten, Kunden, Schülern etc.
  • Betonung von Fachjargon
  • Dehumanisierung

b) Für andere allgemein

  • Unfähigkeit zu geben
  • Kälte
  • Verlust der Empathie
  • Unfähigkeit zur Transposition
  • Verständnislosigkeit
  • Schwierigkeiten, anderen zuzuhören
  • Zynismus

c) Für die Arbeit

  • Desillusionierung
  • Negative Einstellung zur Arbeit
  • Widerwillen und Überdruß
  • Widerstand, täglich zur Arbeit zu gehen
  • Ständiges Auf-die-Uhr-Sehen
  • Fluchtphantasien
  • Tagträumen
  • Überziehen von Arbeitspausen
  • Verspäteter Arbeitsbeginn
  • Vorverlegter Arbeitsschluß
  • Fehlzeiten
  • Verlagerung des Schwergewichts auf die Freizeit, Aufblühen am Wochenende
  • Höheres Gewicht materieller Bedingungen für die Arbeitszufriedenheit

d) Erhöhte Ansprüche

  • Verlust von Idealismus
  • Konzentration auf die eigenen Ansprüche
  • Gefühl mangelnder Anerkennung
  • Gefühl, ausgebeutet zu werden
  • Eifersucht
  • Partnerprobleme
  • Konflikte mit den eigenen Kindern

3. Emotionale Reaktionen; Schuldzuweisung

a)Depression

  • Schuldgefühle
  • Reduzierte Selbstachtung
  • Insuffizienzgefühle
  • Gedankenverlorenheit
  • Selbstmitleid
  • Humorlosigkeit
  • Unbestimmte Angst und Nervosität
  • Abrupte Stimmungsschwankungen
  • Verringerte emotionale Belastbarkeit
  • Bitterkeit
  • Abstumpfung, Gefühl von Abgestorbensein und Leere
  • Schwächegefühl
  • Neigung zum Weinen
  • Ruhelosigkeit
  • Gefühl des Festgefahrenseins
  • Hilflosigkeits-, Ohnmachtsgefühle
  • Pessimismus, Fatalismus
  • Apathie
  • Selbstmordgedanken

b) Aggression

  • Schuldzuweisung an andere oder „das System“
  • Vorwürfe an andere
  • Verleugnung der Eigenbeteiligung
  • Ungeduld
  • Launenhaftigkeit
  • Intoleranz
  • Kompromißunfähigkeit
  • Nörgeleien
  • Negativismus
  • Reizbarkeit
  • Ärger und Ressentiments
  • Defensive/paranoide Einstellungen
  • Mißtrauen
  • Häufige Konflikte mit anderen

4. Abbau

a) der kognitiven Leistungsfähigkeit

  • Konzentrations- und Gedächtnisschwäche
  • Unfähigkeit zu komplexen Aufgaben
  • Ungenauigkeit
  • Desorganisation
  • Entscheidungsunfähigkeit
  • Unfähigkeit zu klaren Anweisungen

b) der Motivation

  • Verringerte Initiative
  • Verringerte Produktivität
  • Dienst nach Vorschrift

c) der Kreativität

  • Verringerte Phantasie
  • Verringerte Flexibilität

d) Entdifferenzierung

  • Rigides Schwarzweißdenken
  • Widerstand gegen Veränderungen aller Art

5. Verflachung

a) des emotionalen Lebens

  • Verflachung gefühlsmäßiger Reaktionen
  • Gleichgültigkeit

b) des sozialen Lebens

  • Weniger persönliche Anteilnahme an anderen oder exzessive Bindungen an einzelne
  • Meidung informeller Kontakte
  • Suche nach interessanteren Kontakten
  • Meidung von Gesprächen über die eigene Arbeit
  • Eigenbrötlereien
  • Mit sich selbst beschäftigt sein
  • Einsamkeit

c) des geistigen Lebens

  • Aufgeben von Hobbies
  • Desinteresse
  • Langeweile

6. Psychosomatische Reaktionen
  • Schwächung der Immunreaktion
  • Unfähigkeit zur Entspannung in der Freizeit
  • Schlafstörungen
  • Alpträume
  • Sexuelle Probleme
  • Gerötetes Gesicht
  • Herzklopfen
  • Engegefühl in der Brust
  • Atembeschwerden
  • Beschleunigter Puls
  • Erhöhter Blutdruck
  • Muskelverspannungen
  • Rückenschmerzen
  • Kopfschmerzen
  • Nervöse Tics
  • Verdauungsstörungen
  • Übelkeit
  • Magen-Darm-Geschwüre
  • Gewichtsveränderungen
  • Veränderte Eßgewohnheiten
  • Mehr Alkohol/Kaffee/Tabak/andere Drogen

7. Verzweiflung
  • Negative Einstellung zum Leben
  • Hoffnungslosigkeit
  • Gefühl der Sinnlosigkeit
  • Selbstmordabsichten
  • Existentielle Verzweifung